OGM ergreift Maßnahmen gegen Eichenprozessionsspinner

Nest der Eichenprozessionsspinner.

Die OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH lässt seit 2009 die Eichen auf dem Oberhausener Stadtgebiet vorsorglich auf den Befall durch Raupen des Eichenprozessionsspinners kontrollieren und wird damit im Auftrag der Stadt Oberhausen präventiv gegen gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Raupen des Eichenprozessionsspinners tätigt. Die Anzahl der zu kontrollierenden Bäume ist im Laufe der Jahre auf über 320 angestiegen.

Die Kosten für die Maßnahmen (Monitoring und Absammeln) gegen den Eichenprozessionsspinner liegen bei ca. 37.000 Euro pro Jahr.
Im Vergleich zu den letzten Jahren ist ein Anstieg befallener Bäume zu erkennen.
Die Massenvermehrung ist wahrscheinlich aufgrund der sehr warmen Witterung schon im April und Mai entstanden, wodurch die Eichen sehr früh ausgetrieben haben und somit ideale Vorrausetzungen für die Lebensweise des EPS geschaffen wurde.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Forstschädling, der bevorzugt Eichenblätter frisst und an den Bäumen selbst nur geringen Schaden verursacht. Aber: Er kann beim Menschen teilweise heftige allergische Reaktionen auslösen.

Problematisch ist, dass die Raupen ab Ende Mai Haare verlieren, die kleine Widerhaken haben und ein Nesselgift absondern. Neben Hautreaktionen können auch Atemwegsreizungen, Schwindelgefühl, Fieber oder eine Bindehautentzündung auftreten.

Die Wärme liebenden Eichenprozessionsspinner waren für ca. 170 Jahre aus dem nördlichen Rheinland verschwunden, bevor sie 2001 erstmals wieder gesichtet wurden. Seitdem haben die Probleme jedes Jahr zugenommen. So wurde im Jahr 2009 erstmalig in Oberhausen ein besorgniserregender Befall im nördlichen Stadtgebiet festgestellt. Zwar konnten größere Probleme durch eine sofortige Bekämpfung vermieden werden. Dieses Auftreten wurde aber als Warnung verstanden, dass eine Massenvermehrung auch in Oberhausen möglich ist. Deshalb erfolgte auch in diesem Jahr eine frühzeitige Überwachung an über 300 Bäumen, bevor ab Ende Mai mit Beschwerden bei allergiegefährdeten Menschen zu rechnen ist.

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hat sich seit dem Jahr 2014 aufgrund einer geänderten Gesetzeslage geändert. Das verwendete Mittel „Dipel ES“ ist nicht mehr zur prophylaktischen Behandlung zugelassen und darf nur noch bei akutem Befall eingesetzt werden. Aufgrund dieser Ausgangslage werden die bis dahin vorab besprühten Eichen durch ein Monitoring überwacht. Dieses Verfahren ist zudem umweltverträglicher, da der Einsatz von Bioziden deutlich reduziert oder sogar vermieden werden kann. Sofern ein akuter Befall ermittelt wird, erfolgt umgehend eine mechanische Absammelung  der Nester oder eine chemische Behandlung der betroffenen Bäume mit dem Wirkstoff Azadirachthin.

Azadirachthin ist ein biologisches Biozid, das aus den Früchten und Samen des Neembaumes hergestellt wird und die Reproduktionszyklen des Schädlings beeinflusst.

Das verwendete Mittel wirkt nur gegen Larven, Raupen, Mücken und Fliegen und ist für alle anderen Tiere und natürlich auch für den Menschen völlig unschädlich. So wird die weitere Entwicklung der Raupen verhindert, bevor diese dem Menschen schaden können. Aufgrund der dicht belaubten Baumkronen ist es nicht auszuschließen, dass der Befall an einigen Bäumen nicht sofort entdeckt wird. Falls jetzt noch Bäume mit Raupen gefunden werden, müssen die Nester – wie im vergangenen Jahr auch – durch Absaugen oder Absammeln umweltfreundlich beseitigt werden.

Die betroffenen Bäume befinden sich an über 65 Standorten sowohl in Grünanlagen als auch an Straßen: Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, mechanisch oder chemisch, erfolgte in diesem Jahr bisher in folgenden Bereichen: