Freiwilliges ökologisches Jahr in der Naturerlebnisschule

Verena Gerlach untersucht mit einer Teilnehmerin des Ferienprogramms die Funde im Kescher.

Nach dreihundert Metern Fußweg Richtung See hält sich die siebenjährige Annika die Hand vor den Bauch und ruft mit leicht verzweifelter Stimme: „Verena, kannst du einmal mit mir zur Toilette gehen, ich hab es vorhin vergessen.“ Natürlich kann sie, denn auch das gehört zum gegenwärtigen Alltag von Verena Gerlach, die gemeinsam mit Amiraj Sinnarasa Anfang August mit ihrem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) in der NaturErlebnisSchule (NES) der OGM im Oberhausener Kaisergarten begonnen hat.

Der bisherige Arbeitsalltag der beiden bestand in der Durchführung des Kinder-Ferienprogramms im Kaisergarten. Mit den wöchentlich wechselnden Gruppen wurde sich jeden Tag um ein anderes Thema gekümmert. Wie etwa „In den Tümpeln dümpeln“, bei dem die zwölfköpfige Gruppe sich mit unterschiedlich großen Keschern auf den Weg macht, kleinste Lebewesen aus den Gewässern im Kaisergarten zu fischen, um sie später in den Räumen der NES genauer zu untersuchen. Aber auch eine Schatzsuche, ein Tag als Tierpfleger, die Herstellung von Honig und Bogenschießen zählt zum Ferienprogramm.

Gerlach und Sinnarasa führen die Kinder dabei selbstständig und gekonnt, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Dabei haben sie erst vor nicht einmal einem Monat ihr FÖJ begonnen. „Die beiden machen das wirklich schon sehr gut“, findet auch NES-Leiterin Dr. Stephanie Winkendick, die über die Unterstützung der beiden sehr dankbar ist.

Die Kinder des Ferienprogramms hören Amiraj Sinnarasa aufmerksam zu.

Das Ferienprogramm ist jedoch nur ein Teil des Aufgabengebietes der beiden. „Schwerpunkt ist natürlich die Arbeit mit den Kindern bei unseren vielen Aktionen“, erklärt Dr. Winkendick. An die 400 davon gibt es pro Jahr, neben den Ferienprogrammen sind dies vor allem Kindergeburtstage und Führungen von Schulklassen sowie Kindertagesstätten.

Hinzu kommen Tätigkeiten im Servicebereich und der Tierpflege. „Das richtet sich auch nach ihrer Begabung und sie können selber Projekte anstoßen“, legt Dr. Winkendick großen Wert auf selbstständiges Arbeiten. Das abwechslungsreiche Aufgabengebiet schätzen auch Gerlach und Sinnarasa, die sich nach ihrer Schulzeit bewusst für das Freiwillige Ökologische Jahr entschieden haben. „Schon in der achten Klasse, als wir in der Schule über diese Möglichkeit informiert wurden, hatte ich mir vorgenommen, das zu machen“, sagt etwa Abiturientin Gerlach.

Die ersten Wochen im „Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche unter 27 Jahren“ haben ihre Erwartungen erfüllt. „Das ist das, was ich mir vorgestellt habe“, sagt sie und Kollege Sinnarasa ergänzt: „Ich freue mich auf die weitere Zeit, es ist eine wirklich gute Erfahrung.“

Nähere Informationen zum FÖJ gibt es beim Landschaftsverband Rheinland, über den auch die Bewerbungen laufen, unter www.foej.lvr.de.