Jedes Gebäude wird besichtigt

 

Europaweite Ausschreibung für die Reinigung durch die OGM

Die Ausschreibungen für die Gebäudereinigungen laufen derzeit.

Wer eine Chance auf den Auftrag haben möchte, muss früh aufstehen. Pünktlich um sieben Uhr fuhr in der vergangenen Woche jeden Morgen ein Reisebus vor dem Technischen Rathaus ab. An Bord waren neben den OGM-Mitarbeitern Arno Langhals und Michael Lettau Vertreter unterschiedlicher Gebäudereinigungsunternehmen.

Die OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH ist im Bereich der Gebäudereinigung für über 140 Objekte wie Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Sporthallen und -anlagen, allgemeinen Gebäuden und öffentlichen städtischen WC-Anlagen zuständig. Im kommenden Jahr werden die Aufträge für die insgesamt sieben Lose wieder neu vergeben und zur europaweiten Ausschreibung gehört auch, dass sich die Bewerber die zu reinigenden Gebäude und Flächen vor Ort ansehen.

Etwa ein Jahr dauerte die umfangreiche Vorbereitung, bei der Abteilungsleiter Langhals von einer Hamburger Beraterfirma unterstützt wurde. Deren Chef Matthias Rüttermann ist bei der Bereisung ebenfalls dabei und steht den Vertretern der Firmen für Fragen zur Verfügung.

Die Fragen halten sich allerdings diesmal in Grenzen. „Ein Zeichen, dass die Ausschreibungsunterlagen, die die jeweiligen Firmen erhalten haben, recht umfassend sind“, findet Fachwirt für Reinigungs- und Hygienetechnik Langhals. Dass es dennoch wichtig ist, sich die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen, unterstreicht Langhals an einem Beispiel bei der Feuerwehr. „Im dort aufgelisteten Übungsraum  etwa stehen zahlreiche Fitnessgeräte, die gereinigt werden müssen, aber nicht einzeln aufgeführt werden können. Der A ufwand und die benötigte Zeit für die Reinigung kann daher nur bei einer Besichtigung realistisch eingeschätzt werden.“

Die beiden Feuerwachen sind eines der insgesamt sieben Lose, die zu vergeben sind. „Die Aufteilung geschieht zum Schutz des Mittelstandes“, erläutert Langhals. Die Auftragsvolumen der jeweiligen Lose liegen zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Vergeben werden die Aufträge für die kommenden vier Jahre mit einer Option auf ein weiteres Jahr. Insgesamt 146 Objekte wurden so in dieser Woche im gesamten Stadtgebiet angesteuert und besichtigt. Eine logistische Herausforderung, die jedoch ohne Verzögerungen über die Bühne gebracht werden konnte.

Nun sind die Firmen gefordert, entsprechende Angebote abzuliefern. „Wir gehen davon aus, dass alle der hier teilgenommenen acht Firmen auch Angebote zu den einzelnen Losen abgeben werden“, ist Rüttermann aufgrund seiner langjährigen Erfahrung überzeugt. Wer dann letztendlich jeweils den Zuschlag erhält, hängt nicht nur vom Preis ab. Der macht zwar den größten Teil aus, ist aber längst nicht alleine entscheidend. Auch das gesamte Konzept spielt eine Rolle. So haben Langhals und Rüttermann im Vorfeld ebenfalls schon kalkuliert und dabei einen „Preiskorridor“ entwickelt, in dem sich ein Angebot bewegen sollte. „Wir wollen schließlich realistische Angebote, die von den Firmen hinterher eingehalten werden können“, betont Langhals.